Von den Anden in die Wetterau

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Sofia Cubillos aus Bogota macht am Theater Alte Mühle ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Bad Vilbel.
Aus der multikulturellen Millionenmetropole Bogotá ins beschauliche Bad Vilbel verschlagen hat es Sofia Cubillos. Die 20-Jährige aus der Andenregion absolviert in der Wetterau ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Fachbereich Kultur der Stadt Bad Vilbel. Vor Reiseantritt hat sie in der kolumbianischen Hauptstadt ihr Abitur gemacht, um sich danach ein Jahr in Wiesbaden bei einer Familie als Au-pair um einen Siebenjährigen zu kümmern.

Überall hin mit dem Zug

„Deutschland war für mich schon als Kind mein Traumland. Nach meinem Jahr in Wiesbaden stand für mich fest, dass ich hierbleiben möchte. Ich habe inzwischen mehrere Bundesländer besucht, bin begeistert von den unterschiedlichen Landschaften und Kulturen. Großartig finde ich, dass man überall mit dem Zug hinfahren kann. Das geht in Kolumbien nicht. Ich freue mich, Deutsch sprechen zu können, und ich liebe Deutschland“, bekräftigt die junge Frau.

In Bad Vilbel unterstützt Cubillos seit dem Sommer als FSJlerin Gesine Becker, Theaterleiterin Alte Mühle, und Annette Zindel-Strauß, Fachdienstleiterin Veranstaltungen. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehört die Planung der Veranstaltungsplakatierungen, die Betreuung von Künstlern und Besuchern, das Überprüfen der Künstlerwohnungen und der Einkauf von Lebensmitteln für sie. Der Kontakt zu den Künstlern sei abwechslungsreich und spannend, berichtet die FSJlerin. Auch im Bereich Marketing unterstützt sie das Team des städtischen Kulturamtes, indem sie Infos und Programme in den sozialen Medien postet und das Presse-Clipping übernimmt.

„Mir gefällt es in Bad Vilbel sehr gut. Ich lerne viele Leute kennen und finde das Kulturprogramm interessant. Alles ist hier neu für mich.“ Cubillos unterstützte das Kulturamtsteam beim Quellensommer. Sie warf dabei einen Blick hinter die Kulissen, verfolgte die Abläufe und sah, wie viel Arbeit in einer Veranstaltung steckt. „Ich habe ab September fast alle Konzerte gehört.“

Jetzt freut Cubillos sich auf zwei Konzerte im Theater Alte Mühle. Es sind die „Neue Volksmusik“ mit dem Jakob-Steinkellner-Duo „Soundkistn“ und Maxjoseph „Lagom“. „Ich interessiere mich für Volksmusik. Die kenne ich nicht und bin gespannt, sie live zu hören.“ Neugierig ist Cubillos auf das belgische Kollektiv Le Quartête und dessen Puppentheater-Inszenierung „Léon“. Neben ihren Aufgaben bei der Stadt und ihren Entdeckungsfahrten durch Deutschland hat Sofia Cubillos ihren beruflichen Weg im Blick. „Ich möchte Bühnenmalerin werden. Ich suche einen Ausbildungsplatz.“ Mit Kunst und Kultur kam Cubillos in ihrer Heimat von klein auf in Berührung. Bogotá ist bekannt für seine Museen und Theater. Im Museo Botero sind neben den Werken des berühmten kolumbianischen Künstlers Fernando Botero Meisterwerke von Picasso, Monet und Dalí zu sehen. Das Museo del Oro (Goldmuseum) gehört zu den weltweit bedeutendsten Museen mit einer großen Sammlung präkolumbianischer Goldarbeiten.

Aber auch außerhalb der Museen hat Sofia Cubillos viele künstlerische Impulse in ihrer Heimatstadt erhalten. So besticht die historische Altstadt von Bogotá, La Candelaria, durch ihre Architektur und lebendige Street-Art. Kunst- und Geschichtsausstellungen aus allen Epochen, Festivals und große Konzerte gehören zu den kulturellen Angeboten der kolumbianischen Hauptstadt.

Handwerkliche Fähigkeiten hat Sofia Cubillos in der Werkstatt ihres Vaters erworben. „Er ist Schreiner. Die ganze Familie hat ihn bei seiner Arbeit unterstützt.“ Zudem hat sie Zeichnen und Modellieren gelernt. Für ihr Zimmer entwarf und malte sie einen Kolibri mit Hut, der seither Blickfang auf einer Wand ist. Auch im Zimmer ihrer jüngeren Schwester bemalte sie eine Wand kunstvoll mit einem Delfin. „Ich male und zeichne gerne, bin sehr kreativ. Kunst und Kultur interessieren mich schon immer sehr“, sagt Sofia Cubillos.

Spontane Empfehlung

Eine Pause auf der Terrasse des Restaurants Alte Mühle nutzt sie, um mit Gästen ins Gespräch zu kommen. Nebenbei wirbt sie für das Kulturprogramm der Stadt. Spontan empfiehlt sie einer Klassikliebhaberin sogleich die Veranstaltung „Greatest Clicks“ im Januar 2027 mit Lars Reichow und dem Stuttgarter Kammerorchester in der Vilco. Die Kombination aus Kabarett und Klassik sei nicht alltäglich, verkündet die FSJlerin mit einem strahlenden Lächeln.



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