Impulse für mehr Akzeptanz

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Queerness in Bad Vilbel: Informations- und Dialogabend bringt Menschen ins Gespräch

Bad Vilbel.

Ist Bad Vilbel queerfreundlich? Welche Pronomen verwendet man für nicht binäre Menschen? Und wie gelingt es, miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne dass unterschiedliche Sichtweisen unmittelbar zu Polarisierung oder Abwehr führen?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich kürzlich die mehr als 30 Teilnehmenden eines Informations- und Dialog㈠abends zum Thema Queerness.

Ziel der Veranstaltung war es, über queere Lebensrealitäten zu informieren, den gegenseitigen Austausch zu fördern und Raum für Fragen, persönliche Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven zu schaffen. Im Mittelpunkt stand dabei, wie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Alltag sichtbarer werden kann und welche Voraussetzungen es braucht, damit sich alle Menschen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität – respektiert und willkommen fühlen.

Organisiert wurde der Abend von der Selbsthilfegruppe „Wir sind queer“ und der Selbsthilfekontaktstelle Bad Vilbel. Das Programm gliederte sich in drei Teile. Zum Auftakt berichteten zwei queere Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen. Anschließend ordnete die Psychologin Sabrina Moll das Thema fachlich ein, schreiben die Veranstalter.

Die Schilderungen machten deutlich, mit welchen Herausforderungen queere Menschen auch im Alltag konfrontiert sind. Dass manche Angst davor hätten, eine Regenbogenfahne ins Fenster zu hängen, oder dass Plakate für die Veranstaltung teilweise heruntergerissen worden seien, bewegte die Anwesenden – überraschend sei das für viele jedoch nicht gewesen. Die Einschätzung, Bad Vilbel sei zwar nicht queerfeindlich, aber auch noch nicht wirklich queerfreundlich, habe die bestehende Situation auf den Punkt gebracht. Zugleich sei der Wunsch nach mehr Sensibilität, Verständnis und einem respektvollen Miteinander deutlich geworden.

Im zweiten Teil des Abends kamen die Teilnehmenden an Gruppentischen miteinander ins Gespräch. Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Wir sind queer“ leiteten den Austausch, in dem zahlreiche Fragen und Anregungen zusammengetragen wurden. Diese bildeten die Grundlage für die anschließende Diskussion mit dem Podium, dem Raimer Kremer (Leiter des Zentrums Seelsorge und Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau), Jochen Lukarsch (Vorsitzender des Gewerberings Bad Vilbel) und Matthias Kallmeyer (Ortsvorsteher Kernstadt, CDU) angehörten.

Dabei sei deutlich geworden: Der Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt betreffe sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Ob im Gemeindeleben, in den Geschäften Bad Vilbels oder in der Kommunalpolitik – Akzeptanz und gegenseitiger Respekt entstehen nicht von allein, sondern brauchten Offenheit, Begegnung und gemeinsames Engagement.
Aus dem Austausch sollen laut Mitteilung nun konkrete Schritte folgen. Die Teilnehmenden wollen sich dafür einsetzen, queeres Leben in Bad Vilbel sichtbarer zu machen und die Stadt als einen Ort zu stärken, an dem Vielfalt selbstverständlich dazugehöre. Die Ideen reichen von einem queeren Weihnachtsmarkt und einem monatlichen Queer-Café über Informationsstände auf dem Wochenmarkt und gemeinsame Fotoaktionen bis hin zu Vielfaltslabeln in Geschäften und einer eigenen Präsenz in den sozialen Medien.

„Ich bin sehr happy! Wir haben uns nicht nur ausgetauscht, sondern wollen in Zukunft etwas konkret bewegen“, freut sich Eva Raboldt. Sie moderierte den Abend, wirkte an der Organisation mit und leitet die Selbsthilfekontaktstelle Bad Vilbel.

Mit dem geplanten Projekt „Mehr Sichtbarkeit schaffen!“ soll dieser gemeinsame Weg nun weitergehen. Raboldt wird zu einem ersten Treffen einladen. Alle, die sich konstruktiv einbringen und die Sichtbarkeit queeren Lebens in Bad Vilbel stärken möchten, sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen können per E-Mail an info@buergeraktive-bad-vilbel.de angefordert werden.
Gefördert wurde der Informations- und Dialogabend von der Partnerschaft für Demokratie Wetterau aus dem Förderprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums und kofinanziert vom Land Hessen.


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