Karben.
Eine Zeitkapsel als Grundstein. Sie wurde am in den Boden der Waldorfschule in Kloppenheim eingesetzt. Mit den Schülern der ersten und zweiten Klasse sowie ihren Eltern wurde die Grundsteinlegung gefeiert. Alle Besucher versammelten sich in einem Kreis um die Stelle für die traditionelle Waldorf-Zeremonie.
Eingeschweißte Schätze
Die Kapsel oder der Schatz, wie ihn die Lehrer zusammen mit den Schülern benannt haben, hat fünf Ecken. Diese fünf Ecken sollen den Menschen symbolisieren. Von Armen und Kopf bis hin zu den Beinen. Die Kapsel symbolisiere auch das Wachsen und Älterwerden der Kinder.
Um diese Reise zu beginnen, durften die Kinder selbst gebastelte oder geschriebene Sachen in die Kapsel werfen. Zuerst kam die zweite Klasse dran, die ein Buch gebastelt hatte. Anschließend kamen kleine Briefe von den Erstklässlern hinein. Auch der Architekt der Schule, Thilo Meister, durfte etwas hineinlegen. Von ihm kamen die Baupläne, natürlich eine Kopie, in die Kapsel.
Meister berichtete zudem über den Bau. Die Waldorfschule wolle den Kindern einen bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen. Dafür sei es wichtig, in welcher Umgebung sie lernen. „Wir haben darauf geachtet, natürliche Materialien für die Schule zu benutzen“, sagte Meister. So seien die Klassenräume aus Holz und alles solle naturbelassen bleiben. „Wenn die Kinder Klassenräume wechseln, sollen sie nicht durch lange, stickige Flure laufen, sondern an die frische Luft kommen, um einmal durchzuatmen“, erklärte er.
Zudem werde auf dem Areal darauf geachtet, alles barrierefrei zu haben. An den Räumen seien Rampen, damit auch Rollstuhlfahrer problemlos den Schulalltag bestreiten könnten. Generell solle das Schulgelände einen Dorfcharakter bekommen. Das hieße, kleine verstreute Hütten, anstatt riesiger Gebäude. „Zuerst wurde ich gefragt, ob wir runde Räume schaffen können“, sagte Meister. „Das geht leider nicht und so werden die Räume jetzt wenigstens sechseckig.“
Nachdem die Kapsel zugeschweißt wurde, konnte sie in die Erde gelassen werden. Davor führte die zweite Klasse ihr Herbstlied auf und anschließend wurde der Grundsteinspruch Rudolf Steiners, Erfinder der Waldorfpädagogik, aufgesagt. Die Kinder konnten selbst die Kapsel einbuddeln, was zu einem kleinen Chaos führte.
Kinder können Bau mitverfolgen
Bürgermeister Guido Rahn war an diesem für die Waldorfschule besonderen Tag vor Ort. „Nach fünf Jahren Planen und Arbeit fängt der große Bau nun an“, sagte Rahn. Er wünschte den Kindern hier viel Erfolg beim Lernen und Großwerden. Er finde es spannend für die Kinder, dass sie den Bau mitverfolgen könnten.
Maike Lübbert, die an der Waldorfschule die Fächer Eurythmie und Heileurythmie unterrichtet, ist auch schon gespannt auf die kommende Zeit. „Wir haben so viel mit den Kindern vor, ob Projekte draußen, bei denen wir Obst und Gemüse anbauen, oder drinnen viel basteln“, sagte sie. Dass die Kinder hier einen Platz haben werden, an dem sie sich frei entfalten können, sei allen Mitwirkenden eine große Herzensangelegenheit. Nach der feierlichen Zeremonie gab es für alle noch selbst gemachte Suppe. Um den Tag abzuschließen, wurde noch ein Abendspruch aufgesagt.

