
Zu gefährlich für den Autoverkehr: Deshalb wünscht sich der Ortsbeirat Klein-Karben, dass die Haltestelle Schulstraße verlegt wird.
Karben. Es sei eine Anregung, betont Christian Neuwirth, CDU-Mitglied im Ortsbeirat Klein-Karben. Die Bushaltestelle Schulstraße in Fahrtrichtung Bahnhof solle um 50 Meter zurückverlegt werden – in die vorhandene Parkbucht vor der ehemaligen Gaststätte Schildeburg, gleich gegenüber der Einmündung der Rathausstraße.
„Wenn der Bus an der Haltestelle anhält, müssen die Autofahrer lange dahinter warten“, erklärt Neuwirth. Fahrer starteten waghalsige Überholmanöver, obwohl die Fahrzeugschlange in der Kurve zum Stehen gekommen sei, die Verkehrssituation dadurch für die Autofahrer unübersichtlich. Eine gefährliche Situation, findet der CDU-Politiker. Denn in diesem Bereich seien viele Kinder unterwegs auf dem Weg von und zur Selzerbachschule in der abzweigenden Schulstraße.
Funktioniert doch
Das allerdings sieht man im Karbener Rathaus anders. Der für den Verkehr zuständige Fachmann Ekkehart Böing habe sich die Situation vor Ort angeschaut, erläutert Erster Stadtrat Otmar Stein (CDU). „Er hat keine Probleme festgestellt.“ In der Tat komme es mitunter für nachfolgende Fahrzeuge zu kurzen Wartezeiten, wenn zweimal pro Stunde ein Bus die Haltestelle anfahre und dort Fahrgäste ein- und ausstiegen. Das allerdings habe sich längst eingespielt. „Die Haltestelle befindet sich seit Jahrzehnten dort, und es hat noch keine Beschwerden deswegen gegeben.“
Grundsätzlich sei es natürlich machbar, die Haltestelle zu versetzen. „Das bedeutet aber mehr als nur ein Schild zu versetzen“, mahnt der Stadtrat. Es müsse die gesamte Parkbucht umgebaut werden, auch weil diese nicht breit genug sei und in der Kurve liege.
Droht neue Gefahr?
Deshalb habe man sich entschieden, Derartiges erst dann in Angriff zu nehmen, wenn Homburger und Rendeler Straße sowieso saniert würden. Damit rechnet Stein für die Jahre 2016 und 2017. Allerdings ist man in der Rathausspitze nicht davon überzeugt, dass die Verlegung sinnvoll wäre: „Hier halten ja auch die Schulbusse zur Selzerbachschule“, erinnert er. Längere Fußwege entlang der Straße bedeuteten stets auch größere Gefahren für die Schulkinder.
Mit dem Verlegen von Haltestellen hatten die Klein-Karbener zuletzt gute Erfahrungen gemacht: Auf Anregung der Busfahrer wurde der oft von Autos zugeparkte Halt Kirchgasse um 100 Meter zurückverlegt. Doch das Verlegen des Halts Schulstraße in Klein-Karben könne zu neuen gefährlichen Situationen führen, befürchtet Ortsvorsteher Reinhard Wortmann (CDU). Wegen der Lage direkt in der Kurve könne ein Bus einen Stopp dort nicht richtig anfahren. Das große Fahrzeug müsse dann halb auf der Fahrbahn stehen bleiben. „Das verleitet die Autofahrer vielleicht noch mehr zum Vorbeifahren.“
Deshalb will Wortmann die Situation zunächst mit eigenen Augen anschauen, bevor der Ortsbeirat weiter entscheidet. (den)